Storchennest
Renate

Nach meiner ersten Geburt – sie endete nach ca. 24 Stunden Kreißsaal als Zangengeburt – hatte ich zunächst einmal Alpträume und kein Vertrauen in meinen Körper. Ich konnte mir nicht vorstellen, zu einer “normalen“ Geburt fähig zu sein.

Teilweise haben meine schlechten Erfahrungen sicher Gründe, die ich niemandem anlasten kann und will. Zu einem großen Teil sind sie aber dadurch bedingt, dass ich in einer sehr schwierigen Situation während und nach der Geburt einfach schlecht betreut bzw. mir selbst überlassen wurde. Versprechungen, die üblicherweise bei Kreißsaal-Besichtigungen gemacht werden und ein schönes Bild einer Geburt zeichnen, wurden zudem einfach nicht eingehalten.

So wollte ich auf keinen Fall noch einmal entbinden. Und obwohl ich mir sehnlichst ein zweites Kind wünschte, dauerte es doch relativ lange bis ich erneut “glücklich“ schwanger wurde.

Während dieser Schwangerschaft versuchte ich lange zu verdrängen, dass ich mein Kind am Ende auch tatsächlich gebären sollte. Wenn ich an die nahende Geburt dachte, kamen Angst und schlechte Erinnerungen in mir hoch.

Nachdem ich dann endlich bereit war, selber Verantwortung für mich und die Geburt zu übernehmen, besichtigte ich verschiedene Krankenhäuser und stellte fest, dass ich dort nicht entbinden könnte, weil ich mich in keinem Krankenhaus geborgen genug fühlte.

Eine Alternative eröffnete sich mir, als ich zwecks Geburtsvorbereitung Kontakt zu Ute aufnahm und das STORCHENnest kennenlernte. In meinem tiefsten Inneren wusste ich, dass ich hier entbinden wollte. Bestechend war für mich die Vorstellung, von einer mir bis dahin vertrauten Person während der gesamten Geburt betreut zu werden. Abgesehen davon gab es im Nachhinein für unsere Tochter keinen besseren Ort, um geboren zu werden. Bereits ihre Entstehung bewachten unserer Dorfstörche klappernd auf unserem Hausdach und genau am Morgen ihrer Geburt kehrten sie aus dem Süden zurück und  erwarteten auf unserem Dach unsere Heimkehr.

Utes Art war für mich Vertrauen erweckend. Sie wirkte resolut und hörte mir doch bei meinen Problemen einfühlsam zu. Nachdem ich sicher war, dass ich mir keine Hintertürchen mehr offen halten musste, und nachdem ich wochenlang meinen Mann vollquatschte, entschied ich mich dann auch “öffentlich" für die Geburt im STORCHENnest. Die Reaktionen unserer Mitmenschen waren skeptisch („ Bist du verrückt, wer soll dich denn hinterher versorgen?“, „Hast du denn keine Angst, dass etwas passiert?“,...), beeinflussten mich aber nicht. Es war für mich überhaupt keine Frage – und ist es immer noch nicht -, dass eine Geburt bei einer Hebamme oder zu Hause, bei normalem Schwangerschaftsverlauf genauso sicher wie im Krankenhaus ist.

Die Geburt an sich war absolut unspektakulär und unkompliziert. Nach dieser Geburt ist ein Glücksgefühl geblieben und ich grinse innerlich, wenn ich an sie denke. Trotz der Wehenschmerzen, die – ich will es gar nicht leugnen – auch bei dieser Geburt stark waren. Unsere Tochter ließ sich einige Tage länger als geplant Zeit, kam dann aber zügig. Sechs Stunden lagen zwischen der ersten Wehe und dem ersten Schrei. Ich fühlte mich in keinem Moment allein oder mutlos, sondern war neugierig und geborgen. Während der Wehen ließ Ute mich in dem Maß in Ruhe, wie ich es brauchte, gab mir an geeigneter Stelle Anregungen, wirkte ansonsten im Hintergrund und war einfach da. Es trat ein, was für mich bis dahin ein Mythos war: Hinterher war ich so euphorisch, dass ich sofort eingewilligt hätte auf der Stelle noch ein Baby zu bekommen. In den nächsten Wochen entwickelte sich bei mir regelrecht der Wunsch nach noch einem Baby, obwohl der Verstand sagt, dass wir kein Kind mehr wollen.

          

Auch das Wochenbbett empfand ich trotz einiger üblicher Probleme (Dammriss, Heultag, Milchstau,...) ebenso wie das Stillen als absolut unkompliziert. Diese Geburt bleibt eine schöne Erinnerung .

 

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Ute Frohwitter - Hebamme 
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Stand Juli 2002 webmaster@storchennest-nord.de